14.11.2011 00:01

Tag 5

Wir sind wieder in SANAE und hatten etwas Zeit, uns die Situation allgemein anzuschauen. Momentan scheint jede Expedition auf dieser Seite der Antarktis nicht voranzukommen. Alle kämpfen mit demselben Problem: Sastrugis.


Dixie und Sam (www.antarcticice.be) schaffen auf dem Plateau  durchschnittlich vier Kilometer pro Tag, bisher in einer Woche insgesamt 27 von geplanten 7.000 Kilometern. Bei David und Eric (www.sebastiancopelandadventures.com) waren  es bisher 72 Kilometer  in zehn Tagen.

Auch wenn wir den anderen Expeditionen alles Gute wünnschen: Für uns ist es gut zu wissen, dass wir nicht etwas falsch machen, sondern dass momentan jeder mit der Situation kämpft.. Es ist einfach unmöglich, bei solchen Sastrugis Strecke zu machen und mehr als sechs Stunden den Schlitten durch das Chaos zu hieven.

Hier in den Bergen bei SANAE sehen wir keinen Ansatzpunkt. Eine andere Route durch die Berge zeigt die gleichen Sastrugis und zusätzlich viele Spalten mit saftigen Anstiegen.

Mit dem Meteorologen der Station haben wir versucht herauszufinden, warum so viele Sastrugis dieses Jahr da sind. Eine mögliche Erklärung ist, dass im Winter sehr viel Schnee gefallen ist.  Drei Superstürme gab es im Frühjahr, den letzten vor drei Wochen mit Windgeschwindigkeiten von 160km\h. Diese haben die Sastrugis aus dem Schnee gefräst. Nach Informationen  der russischen Station in Novo sind sogar  in der sonst sehr geschützten Schirmmacher-Oase der Station extrem viel Schnee und Sastrugis. Dort sind sonst nie welche.

Wir werden jetzt erst einmal nach Novo zurückfliegen. Der Flug ist für Mittwoch, den  16. November geplant – soweit es das Wetter erlaubt.Momentan herrscht Sturm mit 40 Knoten (80km\h) und wir sind froh, in der Station zu sein.

Aloha,
Armin und Dieter


< Tag 4 - Zurück in SANAE IV